Sie haben eine Kündigung erhalten und fragen sich, ob diese wirksam ist? Ab Zugang der Kündigung läuft eine 3-Wochen-Frist — danach ist in aller Regel keine Gegenwehr mehr möglich. Hier lesen Sie, was Sie jetzt tun sollten, welche Kündigungsarten es gibt und wann eine Kündigung angreifbar ist.
Versäumen Sie diese Frist, gilt die Kündigung als wirksam — unabhängig von ihrer Rechtmäßigkeit. Je früher Sie uns kontaktieren, desto mehr Handlungsspielraum haben wir.
Eine Kündigung kommt oft unerwartet. Trotzdem lohnt es sich, in den ersten Tagen besonnen und strukturiert vorzugehen. Eine Kündigung ist ein formeller Akt mit strengen gesetzlichen Anforderungen — viele Kündigungen, die auf den ersten Blick korrekt wirken, sind bei genauer Prüfung unwirksam, etwa wegen fehlerhafter Sozialauswahl, fehlender Betriebsratsanhörung oder formaler Mängel.
Wichtig ist vor allem eines: Ab Zugang der Kündigung läuft die 3-Wochen-Frist, innerhalb derer Sie sich gerichtlich wehren müssen. Wie das Verfahren vor Gericht abläuft und was es kostet, erklären wir ausführlich auf der Seite Kündigungsschutzklage München.
Wie Sie in den ersten Tagen nach Zugang der Kündigung reagieren, hat oft direkten Einfluss auf Ihre Erfolgsaussichten. Diese Schritte sollten Sie beachten:
Wer nicht innerhalb von drei Wochen nach Zugang Klage erhebt, verliert grundsätzlich das Recht, die Unwirksamkeit der Kündigung geltend zu machen — selbst wenn sie offensichtlich rechtswidrig war. Fristberechnung, Einreichung und Ablauf haben wir auf der Seite Kündigungsschutzklage München zusammengefasst.
Für Ihre Handlungsmöglichkeiten ist entscheidend, welche Art von Kündigung Sie erhalten haben. Zunächst wird nach der Frist unterschieden:
Gilt das Kündigungsschutzgesetz, braucht der Arbeitgeber für eine ordentliche Kündigung außerdem einen der drei Kündigungsgründe des § 1 Abs. 2 KSchG:
Folgende Gründe führen häufig zur Unwirksamkeit einer Kündigung:
Bei einer betriebsbedingten Kündigung muss der Arbeitgeber nach § 1 Abs. 3 KSchG unter mehreren vergleichbaren Arbeitnehmern denjenigen auswählen, der die Kündigung sozial am ehesten verkraften kann. Maßgeblich sind Betriebszugehörigkeit, Lebensalter, Unterhaltspflichten und eine etwaige Schwerbehinderung. Wird ein sozial weniger schutzwürdiger Kollege verschont, ist die Kündigung angreifbar — dieser Fehler kommt in der Praxis überraschend häufig vor.
Das Kündigungsschutzgesetz greift, wenn Ihr Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht und im Betrieb regelmäßig mehr als zehn Arbeitnehmer beschäftigt sind (Teilzeitkräfte werden anteilig gezählt). Auch ohne Kündigungsschutzgesetz ist eine Kündigung nicht schrankenlos zulässig: Sie kann etwa sittenwidrig, treuwidrig oder diskriminierend sein oder gegen Sonderkündigungsschutz verstoßen. Informationen zur Kündigung in der Probezeit finden Sie auf einer eigenen Seite.
Halten Sie die Kündigung für unwirksam oder möchten Sie eine Abfindung erreichen, führt der Weg in aller Regel über die Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht München. Sie ist auch die Grundlage für die meisten Verhandlungen über eine Abfindung. Fristen, Ablauf mit Gütetermin und Kammertermin, Kosten und typische Ergebnisse erläutern wir auf der Seite Kündigungsschutzklage München – Ablauf, Frist, Kosten.
Bei einer arbeitgeberseitigen Kündigung droht in der Regel keine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld (§ 159 SGB III), da Sie die Beendigung nicht selbst herbeigeführt haben. Anders sieht es aus, wenn Sie im Zusammenhang mit der Kündigung einen Aufhebungsvertrag unterschreiben oder selbst kündigen — hier kann eine Sperrzeit von bis zu 12 Wochen drohen. Melden Sie sich unabhängig davon spätestens drei Tage nach Kenntnis der Beendigung arbeitssuchend, um Nachteile beim Arbeitslosengeld zu vermeiden. Mehr dazu im Ratgeber Sperrzeit vermeiden.
Die Kündigung gilt als zugegangen, sobald sie in Ihren Machtbereich gelangt und Sie unter normalen Umständen davon Kenntnis nehmen können — also z. B. wenn der Brief in Ihren Briefkasten eingeworfen wird. Der genaue Zugangszeitpunkt ist entscheidend für den Fristbeginn.
Bei einer ordentlichen Kündigung besteht das Arbeitsverhältnis bis zum Ablauf der Kündigungsfrist fort. Sie müssen daher grundsätzlich weiterarbeiten und erhalten weiter Ihr Gehalt, es sei denn, der Arbeitgeber stellt Sie frei. Bei einer fristlosen Kündigung endet die Arbeitspflicht sofort, sofern die Kündigung wirksam ist.
Das KSchG gilt für Arbeitnehmer, die länger als 6 Monate im Betrieb beschäftigt sind und in einem Betrieb mit mehr als 10 Vollzeitbeschäftigten arbeiten. Auch außerhalb des KSchG kann eine Kündigung unwirksam sein — wir prüfen alle Ansätze.
Nein. Ein Aufhebungsvertrag ist ein eigenständiges Angebot des Arbeitgebers. Unterschreiben Sie nichts, ohne es prüfen zu lassen — ein Aufhebungsvertrag kann u. a. zur Sperrzeit beim Arbeitslosengeld führen und Ihre Abfindung schmälern.
In der Regel nicht — bei einer arbeitgeberseitigen Kündigung haben Sie die Beendigung nicht selbst verschuldet. Eine Sperrzeit droht vor allem, wenn Sie zusätzlich einen Aufhebungsvertrag unterschreiben oder selbst kündigen. Melden Sie sich dennoch rechtzeitig arbeitssuchend.
Bei der ordentlichen Kündigung gilt die gesetzliche oder vertragliche Kündigungsfrist (§ 622 BGB). Die fristlose Kündigung nach § 626 BGB beendet das Arbeitsverhältnis sofort, ist aber nur bei einem schwerwiegenden wichtigen Grund zulässig und muss innerhalb von zwei Wochen ab Kenntnis ausgesprochen werden. Beide Formen sind häufig rechtlich angreifbar.
Die gesetzliche Grundkündigungsfrist beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Für Kündigungen durch den Arbeitgeber verlängert sie sich nach § 622 Abs. 2 BGB mit der Betriebszugehörigkeit, etwa auf einen Monat zum Monatsende nach zwei Jahren und bis zu sieben Monate nach zwanzig Jahren. Arbeits- oder Tarifvertrag können abweichende Fristen vorsehen.
Unverbindlich — wir melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einer ersten Einschätzung. Jeder Tag zählt.